23.10.2015

 

 

Dem ganzen sieht man mit einem weinenden, aber auch lachendem Auge entgegen wenn man sich das Zimmer im obersten Stockwerk direkt unter dem Dachstuhl ausgesucht hat. Schlussendlich haben mich die heißen Nächte (eindeutig zweideutig) dazu gebracht für Abkühlung zu sorgen. Zum einen durch einen Ventilator, aber zum anderen hat es mir die Wahl über die Farbgestaltung in meinem Zimmer erleichtert: Was kühles! Ich habe mich für den Aqua Ton Petrol entschieden, weil mir Mint zu zart war und vor allem weil ich einfach eine passende Bettwäsche dazu habe. Petrol ergänzt sich kontrastierend mit meinem giftigen Chill-Out Musik Sessel in Limonengrün und bildet ein schönes Naturthema mit meinen braunen Holzbalken und den Zimmerpflanzen. Noch einige Akzente mit grauen Deko Elementen orientiert an dem silbergrauen Eiche Thema meines Bettes und schon wird eine angenehme, optische Ruhe und Kühle im Raum verbreitet. Hat man mir zumindest gesagt. Man lobt mich seitdem ich mich in der Wohnung als Tine Wittler austobe für guten Geschmack. Ich denk da gar nicht so viel darüber nach, sondern mach eigentlich nur wie ich lustig bin.

Manchmal ist das aber auch ein Problem. Das mit dem Nachdenken überlasse ich sonst gerne Menschen, die wo schlauer sind wie ich :-) Deswegen habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht was man eigentlich so machen muss wenn man dem Nest daheim entfliegt. Zumindest bis ich im Dunkeln saß. Ja richtig, im Dunkeln. Wer hätte den ahnen können dass man Strom anmelden muss? Der kommt doch sonst auch immer aus der Dose. Mittels Magie soweit ich weiß, Physik war schon in der Schule ein gern gemiedenes Fach von mir. Ach ja Schule. Da lernt man Gedichtanalysen zu schreiben. Manche Schüler sogar in 4 Sprachen laut twitter. Auf das Leben da draußen bereitet einen keiner vor. Na jedenfalls hab ich - nachdem ich 6 Milchschnitten auf einmal gegessen habe um diese vorm verderben zu bewahren – mich erkundigt was ich denn jetzt alles zu tun habe. Erstmal den Stadtwerken Bescheid geben dass die Kerzenromantik ihren Reiz hat, aber auf Dauer nicht die leuchtstarken LEDs des Fernsehers ersetzen kann.

Meine Recherchen haben auch ergeben, eine sogenannte Ummeldung des Wohnsitzes zu vollziehen. Das hört sich zwar staubtrocken an, hat aber in mir Glücksgefühle hoch 10 ausgelöst, weil ich von einer Geschenktüte der Stadt Landshut gehört habe. Entgegen aller Erwartungen handelte es sich beim Inhalt nicht um eine PlayStation oder zumindest einen hübschen Obstkorb. Allerdings hätte ich nie gedacht mich mal über gelbe Säcke und eine Biotonne so zu freuen. Mit Überkleben meiner Adresse auf meinem Personalausweis (auf dem mein 16-jähriges Ich herunter strahlt um jeden Türsteher zu vermitteln „Wahrscheinlich gefälscht“) wurde auch ich schlussendlich offiziell Einwohner der Dreihelmestadt.


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